Angebote

An wen richten sich die Workshops?

Die Workshops richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 21 Jahren. Sie können in schulischen und außerschulischen Kontexten angeboten und entlang der Bedürfnisse und Fähigkeiten der Teilnehmenden konzipiert werden.

Da unser Angebot als Primärprävention konzipiert ist, eignet es sich nicht für Jugendliche, die stark radikalisiert und immun gegen externe Ansprachen sind.

Wie lange dauern die Workshops?

Die Länge orientiert sich individuell an den konkreten Bedürfnissen der teilnehmenden Gruppe. Die Workshops haben eine Dauer von einem bis zu fünf Tagen. In Einzelfällen sind nach Absprache auch andere Formate möglich.

Der untenstehende beispielhafte Ablauf eines eintägigen Workshops (6–8 Zeitstunden) zeigt die inhaltlichen Bausteine unserer Workshops. Modul 1 bildet die inhaltliche Grundlage für die Module 2 und 3, die nach Bedarf in unterschiedlicher Ausführlichkeit durchgeführt werden können.

Kosten die Workshops etwas?

Die Workshops sind grundsätzlich kostenlos. Die Kosten werden vom Förderer, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, gedeckt.

In mehrtägigen Workshops können die einzelnen Module vertieft werden, so dass komplexe mediale Inhalte wie Videos oder Virtual Reality-Experiences erstellt werden können und eine tiefergehende inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Phänom Online-Radikalisierung stattfinden kann.

AntiAnti-Workshop-Module

Modul 1


Modul 1 dient der Sensibilisierung und allgemeinen Einführung in die Themen Diskriminierung und Ausgrenzung in der deutschen Gesellschaft mit Fokus auf den Berliner Kontext. Hier wird die Grundlage für die Auseinandersetzung mit Erscheinungsformen von Diskriminierung in sozialen Medien gelegt. Mit niedrigschwelligen Übungen wird das Thema Diskriminierung fühlbar gemacht und ein Diskussionsraum eröffnet, der an den Lebenswelten der Teilnehmer*innen andockt. Die Beschäftigung mit Diskriminierung und Ungleichheit ermöglicht in der Folge ein besseres Verständnis von Ideologien der Ungleichwertigkeit.

Modul 2


Modul 2 dient der Vertiefung der in Modul 1 diskutierten Themen und verknüpft diese mit den Erfahrungen der Teilnehmenden um Empathie und Sensibilität zu fördern. Kreativ-gestaltend erarbeiten Jugendliche selbst mediale Inhalte, erzählen Geschichten und nehmen unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven ein. Dieser Zugang ermöglicht es den Jugendlichen einerseits eigene Erfahrungen mit Formen von Diskriminierung in einer empowernden Form sichtbar zu machen, aber andererseits auch Erfahrungen marginalisierter Gruppen in der deutschen Gesellschaft nachzuvollziehen.

Modul 3


Modul 3 hat die Analyse von rechtsextremen, islamistischen und antisemitischen Online-Inhalten zum Thema. Die Teilnehmenden befassen sich mit Anwerbe- und Rekrutierungsversuchen auf Social Media-Plattformen, blicken hinter die Kulissen propagandistischer Inszenierungen und dekonstruieren ideologische Narrative. Ausgehend von den Erfahrungen der eigenen Medienproduktion lassen sich abschließend Strategien entwickeln, wie Soziale Netzwerke für die Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Ideologien genutzt und eigene Standpunkte offensiv vertreten werden können.

Peer2Peer

Über einmalige Workshops hinaus bieten wir an Schulen und anderen Jugendeinrichtungen mit verbindlichen Gruppen  die Durchführung eines Peer2Peer-Angebots an. Das Ziel ist hier, eine Gruppe von engagierten Jugendlichen über mehrere Tage (mindestens zwei) an die Inhalte und Methoden des Projekts heranzuführen und ihnen die Möglichkeit zu geben, zukünftig selbst aktiv zu werden. Dies kann bedeuten, dass die Jugendlichen selbst Workshops für ihre Peers geben, Ansprechpartner*innen bei themenbezogenen Vorfällen werden, ein mediales Projekt mit Reichweite gestalten oder sich im Rahmen einer Schul-AG mit den Themen Diskriminierung und Online-Radikalisierung auseinandersetzen. 

Um im Kontext der Einrichtung nachhaltig zu wirken, ist es uns wichtig, Lehrkräfte, Sozialpädagog*innen und andere involvierte erwachsene Akteure einzubinden. Auf diese Weise kann das Engagement der Jugendlichen in eine unterstützende Struktur eingebunden werden.

Wenn Sie Interesse haben, in Ihrer Einrichtung gemeinsam mit Jugendlichen ein Peer2Peer-Projekt umzusetzen, kontaktieren Sie uns und wir sprechen über konkrete Zeitpläne, Ansätze und Möglichkeiten entlang Ihrer Bedarfe.

Fortbildungen

Der digitale Raum ist für Jugendliche ein elementarer Bestandteil ihrer Lebenswelten geworden. Dort werden sie auch mit Hate Speech, Diskriminierung und autoritären Gesellschaftsentwürfen konfrontiert. Rechtsextreme, Antisemit*innen und Islamist*innen nutzen diesen Raum gezielt zur Rekrutierung und Ansprache und verbreiten ihre Ideologien der Ungleichwertigkeit. Wie diese Gruppen sich im digitalen Raum darstellen und vor welche Herausforderungen Jugendliche sowie Pädagog*innen dadurch gestellt werden, betrachten wir in unserer Fortbildung. Zahlreiche Workshops innerhalb und außerhalb von Schule mit Jugendlichen selbst bilden dabei die Grundlage unseres Angebots. 

In der Fortbildung legen wir einen inhaltlichen Schwerpunkt auf die Phänomene Rechtsextremismus, Islamismus und Antisemitismus, methodisch beziehen wir die professionellen Perspektiven, Probleme und Erfahrungen der Teilnehmenden mit ein. Von dort ausgehend ergänzen wir mit unserer Expertise zu den Themenfeldern Prävention, Radikalisierung und Diskriminierung, vor allem im digitalen Kontext, und entwickeln pädagogische Perspektiven und mögliche Handlungsoptionen im jeweiligen Arbeitskontext der Teilnehmenden.

Mit der Fortbildung wollen wir Pädagog*innen und Sozialarbeiter*innen in ihrem Verständnis von und ihrem Umgang mit Diskriminierung und gruppenbezogener Abwertung, offline und online, unterstützen. Dabei sollen einerseits Informationen und Strategien menschenverachtender Ideologien sowie die Perspektive Jugendlicher darauf besprochen werden. Andererseits sollen Reflektionsprozesse zur eigenen Haltung ermöglicht und Handlungsoptionen im pädagogischen Arbeitskontext gemeinsam erarbeitet werden.

Zielgruppe:

Unsere Zielgruppe sind pädagogische Fachkräfte und Sozialarbeiter*innen, die an einer Auseinandersetzung mit den Phänomenen Rechtsextremismus, Islamismus und Antisemitismus im digitalen Raum und spezifisch an den Herausforderungen für Jugendliche hinsichtlich ihres digitalen Nutzungsverhaltens interessiert sind. Das Angebot richtet sich besonders an diejenigen, die in ihrer pädagogischen Praxis mit diskriminierenden, abwertenden Ideologien konfrontiert sind und sich dazu sowie zu Radikalisierungsangeboten im digitalen Raum weiterbilden und vernetzen wollen. 

Dauer:

Idealerweise haben wir für die Durchführung der Fortbildung mindestens einen Tag, besser noch zwei Tage Zeit. Da dies nicht immer für alle einzurichten ist, können wir ausnahmsweise auch kürzere Workshops mit mindestens drei Stunden und einem abgesprochenem Schwerpunkt durchführen.

Kosten: 

Wir können für Fortbildungen in Berlin eine kostenfreie Teilnahme anbieten, da das Projekt von der Berliner Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Familie gefördert wird. Für genauere Infos zu den Fortbildungen oder bei Interesse an einer Durchführung kontaktieren Sie uns gerne per Kontaktformular, E-Mail oder Telefon.